Roland Berger Corporate Health 2020
Was zeigt die Roland Berger Corporate Health Studie — und was sollten BGM-Entscheider daraus ableiten?
Roland Berger (2020) zeigt: Unternehmen mit gesunder Unternehmenskultur haben 20 % weniger Fehltage und steigern den Umsatz pro Mitarbeitenden um 11 %. Das BGM-Marktvolumen in Deutschland liegt bei 958 Mio. €. Haupthürde: 56 % nennen fehlende interne Ressourcen.
Roland Berger Corporate Health 2020: Kernkennzahlen
| Befund | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Fehltage-Unterschied: kulturstarke vs. durchschnittliche Unternehmen | 20 % weniger Fehltage | Roland Berger Corporate Health 2020 |
| Umsatz pro Mitarbeitenden bei effektiven Gesundheitsmaßnahmen | +11 % Umsatz pro MA | Roland Berger Corporate Health 2020 |
| BGM-Marktvolumen Deutschland gesamt | 958 Mio. € (Unternehmen 788M + GKV 170M) | Roland Berger Corporate Health 2020 |
| Häufigste Hürde für BGM-Einführung | 56 % nennen fehlende interne Ressourcen | Roland Berger Corporate Health 2020 |
| Zweithäufigste Hürde | 44 % nennen fehlendes Wissen über MA-Bedürfnisse | Roland Berger Corporate Health 2020 |
| Krankentage Deutschland (Anstieg 2008–2018) | Volkswirtschaftlicher Schaden stieg von 45,4 Mrd. € (2008) deutlich an | Roland Berger Corporate Health 2020 (Quelle: Statistisches Bundesamt) |
Was Roland Berger 2020 untersucht hat
Die Studie 'Corporate Health Management 2020' von Roland Berger untersucht die wirtschaftliche Bedeutung von Gesundheitsmanagement in deutschen Unternehmen. Sie analysiert den Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur, Gesundheitsinvestitionen und messbaren Ergebnisgrößen wie Fehlzeiten, Umsatz und Mitarbeiterbindung.
Kernthese der Studie: Gesunde Mitarbeitende sind motivierter, produktiver und loyaler — und der Zusammenhang lässt sich quantifizieren. Unternehmen, die in Gesundheitskultur investieren, sehen 20 % weniger Fehltage und 11 % mehr Umsatz pro Mitarbeitenden im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Zur Marktstruktur: Das Gesamtmarktvolumen für BGM in Deutschland betrug zum Erhebungszeitpunkt 958 Mio. €. Davon kamen 788 Mio. € von Unternehmen selbst und 170 Mio. € von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Diese Zahlen zeigen: BGM ist bereits ein relevanter Markt — aber gemessen am volkswirtschaftlichen Schadenspotenzial deutlich unterfinanziert.
Warum 56 % der Unternehmen BGM nicht umsetzen — und was dagegen hilft
Die größte Barriere laut Roland Berger ist nicht fehlendes Geld, sondern fehlende Kapazität: 56 % der Unternehmen nennen fehlende interne Ressourcen als Haupthürde — keine BGM-Fachkraft, keine Zeit, kein Prozess. 44 % geben an, nicht zu wissen, was ihre Mitarbeitenden brauchen.
Das ist strukturell erklärbar: Im Mittelstand (50–250 MA) trägt HR typischerweise 5–10 Aufgabenbereiche parallel. BGM wird dann nicht priorisiert — nicht weil niemand es will, sondern weil der Einstieg unklar ist. Roland Berger empfiehlt explizit: externer Kick-off + strukturierter Prozess als Einstieg, statt auf interne BGM-Expertise zu warten.
Die Studie belegt außerdem: Literaturdaten weisen BGM-ROI von mindestens 2:1 bis 3:1 aus — Investitionen in Mitarbeitergesundheit zahlen sich wirtschaftlich zurück. Der IGA-Report 40 präzisiert dies mit einem Median-ROI von 1:2,7 (47 ROI-Werte aus internationalen Studien).
BGM und Unternehmenskultur: Der Verstärker-Effekt
Roland Berger zeigt, dass Gesundheitsmaßnahmen allein nicht ausreichen — sie wirken nur wenn die Unternehmenskultur sie trägt. Unternehmen mit hoher Mitarbeiterorientierung kommen im Schnitt auf 20 % weniger Kranktage als die Vergleichsgruppe. Das ist kein BGM-Programm-Effekt allein, sondern ein Kultureffekt.
Praktische Konsequenz: Einzelmaßnahmen (Obstkorb, Yoga-Kurs, Rückenseminar) zeigen ohne Kultureinbettung kaum Wirkung. Was wirkt: ein strukturiertes BGM-System, in dem Führungskräfte Gesundheit als Führungsthema verstehen, Mitarbeitende Mitsprache haben und Maßnahmen bedarfsorientiert (statt pauschal) geplant werden.
Für den GF-Bericht: Diese Studie ist ein Argument dafür, dass BGM-Investitionen kein Kostenfaktor, sondern ein Hebel auf Umsatz, Fehlzeiten und Bindung sind. Kulturarbeit braucht Zeit — aber der 20-%-Fehltage-Unterschied zeigt, dass sie messbar ist.
- 20 % weniger Fehltage bei kulturstarken Unternehmen — nicht nur bei BGF-Programm-Teilnehmern
- +11 % Umsatz pro MA: Wirkung über Produktivität, nicht nur Fehlzeitenreduktion
- Haupthürde lösbar: fehlende Ressourcen → digitales BGM-Tool als Ressourcen-Ersatz
- ROI mind. 2:1–3:1 (Literaturdaten laut Roland Berger); IGA Report 40 Median: 1:2,7
- GKV investiert 170 Mio. € in BGM — kombiniert mit Unternehmensbudget entsteht ein 958-Mio.-Markt
Passende Maßnahmen & Themen
Das Wichtigste in Kürze
- 20 % weniger Fehltage bei kulturstarken Unternehmen — messbarer Kultureffekt, nicht nur Programm-Effekt
- +11 % Umsatz pro Mitarbeitenden durch effektive Gesundheitsmaßnahmen (Roland Berger 2020)
- 56 % der Unternehmen nennen fehlende Ressourcen als BGM-Hürde — lösbar mit digitalem BGM-System
- ROI BGF mindestens 2:1–3:1 laut Literaturdaten; IGA Report 40 Median: 1:2,7
- BGM-Marktvolumen Deutschland: 958 Mio. € — davon 170 Mio. € GKV-Förderung, die Unternehmen beantragen können
Häufige Fragen
Woher stammt die 20-%-Fehltage-Zahl von Roland Berger?+
Die 20 % weniger Fehltage stammen aus der Roland Berger-Studie 'Corporate Health Management 2020', die den Unterschied zwischen Unternehmen mit stark mitarbeiterorientierter Kultur und Vergleichsunternehmen misst. Es handelt sich um einen Kultureffekt, nicht um den Effekt eines einzelnen BGM-Programms.
Gilt die Roland Berger Studie auch für KMU?+
Ja — Roland Berger analysiert ausdrücklich auch mittelständische Unternehmen. Die Hürden-Befunde (fehlende Ressourcen, fehlendes Wissen) treffen KMU sogar stärker als Großunternehmen. Die wirtschaftlichen Effekte (Fehltage, Umsatz) sind im KMU-Kontext volatiler, aber die Kulturbefunde sind übertragbar.
Wie kombiniere ich Roland Berger-Daten mit IGA-ROI für den GF-Bericht?+
Empfohlene Kombination: Roland Berger (Kultureffekt: 20 % weniger Fehltage, 11 % Umsatzwachstum) + IGA Report 40 (Maßnahmen-ROI: Median 1:2,7 aus 47 Studien) + interne Kennzahlen (eigener Krankenstand, AU-Kosten). Das ergibt eine dreischichtige Argumentation: Kulturargument (RB), Wirksamkeitsnachweis (IGA) und betriebliche Relevanz (eigene Daten).
Was bedeutet das BGM-Marktvolumen von 958 Mio. € für einzelne Unternehmen?+
Das Marktvolumen ist ein Indikator dafür, dass BGM in Deutschland bereits etabliert ist — Krankenkassen investieren 170 Mio. €, die direkt Unternehmen zugutekommen (Zuschüsse nach §20b SGB V). Das bedeutet: Unternehmen, die keine BGF-Maßnahmen beantragen, verzichten auf ihren Anteil dieser Förderung. Bei 100 MA und vollem §20b-Zuschuss: bis zu 60.000 €/Jahr.
BGM-Investition mit messbarem Effekt — wie bei Roland Berger
EasyBGM strukturiert das BGM-System, schafft die Kultur-Grundlage für messbare Ergebnisse und hilft, GKV-Förderung vollständig auszuschöpfen.
Quellen
- Roland Berger GmbH: Corporate Health Management 2020 ↗
- IGA-Report 40: Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung ↗
- §20b SGB V — Betriebliche Gesundheitsförderung ↗
Stand: 2026-06-27. Keine Rechts- oder Steuerberatung — im Einzelfall fachlich prüfen lassen.