DAK Psychreport 2025 RLP

DAK Psychreport 2025 Rheinland-Pfalz: Was die Zahlen für Arbeitgeber in der Region bedeuten

Der DAK Psychreport 2025 ist eine Regionalanalyse für Rheinland-Pfalz: 364 Fehltage je 100 Versicherte durch psychische Erkrankungen (+5 % ggü. Vorjahr). Durchschnittliche Falldauer: 35 Tage. Depression (F32/F33): 203 Fehltage je 100 Versicherte. Für Arbeitgeber: GBPsych und BEM sind die gesetzlichen Pflicht-Antworten.

DAK Psychreport 2025 Rheinland-Pfalz: Kernzahlen

Psychreport-Befund (RLP)Wert 2024BGM-Reaktion
Psych. Erkrankungen: Fehltage je 100 Versicherte364 Fehltage (+5 % ggü. Vorjahr 348)GBPsych (§5 ArbSchG) + Stressmanagement §20 SGB V
Durchschnittliche Falldauer psychische AU35 Tage je Fall (bei 60+: bis 60 Tage)BEM-Fristen-Monitoring — 42-Tage-Schwelle oft überschritten
Depression (F32/F33): häufigste Einzeldiagnose203 Fehltage je 100 Versicherte (+4 % ggü. Vorjahr)BEM + psychologische Beratung (GKV-bezuschussbar)
Angststörungen (F41)26 Fehltage je 100 Versicherte (+11 %)Psychologische Beratung, betriebliche Sozialberatung
Betroffenenquote psychische Erkrankungen7,2 % der VersichertenFrüherkennungssysteme in Führungskräfte-Training integrieren
Gesundheitswesen vs. Branchendurchschnitt+34 % mehr Psych-Fehltage als DurchschnittBranchenspezifische GBPsych empfohlen

Was der DAK Psychreport 2025 ist — und was er nicht ist

Wichtiger Hinweis vorab: Der DAK Psychreport 2025, der hier zitiert wird, ist eine Regionalanalyse für Rheinland-Pfalz. Die Zahlen (364 Fehltage je 100 Versicherte, 35 Tage Falldauer, 7,2 % Betroffenenquote) sind RLP-spezifisch und können nicht direkt auf andere Bundesländer oder den Bundesdurchschnitt übertragen werden.

Was der Psychreport zeigt: Die DAK analysiert die AU-Daten ihrer versicherten Erwerbstätigen in RLP ausschließlich für den Bereich psychische Erkrankungen. Das gibt einen tiefen Einblick in Diagnose-Muster, Branchenunterschiede und Falldauer-Trends — für die Region Rheinland-Pfalz.

Übertragbarkeit: Die strukturellen Muster (Depression als häufigste Einzeldiagnose, langer Falldauer-Mittelwert, Anstieg bei Angststörungen) sind konsistent mit bundesweiten Berichten. Für bundesweite Aussagen eignet sich besser der TK Gesundheitsreport (5 Mio. Versicherte bundesweit) oder der BAuA-Trendreport 'Arbeitswelt im Wandel'.

Psychische Erkrankungen und BEM: Was §167 SGB IX von Arbeitgebern verlangt

Psychische Erkrankungen sind mit durchschnittlich 35 Tagen Falldauer in RLP die häufigste Ursache für Langzeit-AU. Das ist für Arbeitgeber direkt BEM-relevant: Wer einen MA hat, der innerhalb von 12 Monaten 42 Tage krank war (§167 Abs. 2 SGB IX), muss BEM anbieten — unabhängig von der Diagnose.

Besonderheit bei psychischen Erkrankungen: Das BEM muss sensibel geführt werden. BAG-Rechtsprechung stellt klar, dass BEM-Gespräche bei psychischen Erkrankungen besondere Rücksicht auf Datenschutz und Freiwilligkeit erfordern. HR-Fachleute sollten für psychische AU-Fälle speziell geschulte Gesprächsführung einsetzen.

GBPsych als Prävention: Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (§5 ArbSchG) ist die Pflicht-Prävention. Wer GBPsych nicht durchführt, erhöht das Risiko psychischer Erkrankungen in der Belegschaft — und damit das BEM-Aufkommen und Bußgeldrisiko (§25 ArbSchG bis 30.000 €) gleichzeitig.

Prävention statt Reaktion: Was BGM-Maßnahmen bewirken

Konsistente Schutzfaktoren gegen psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz: Führungsqualität (gesunde Führung), soziale Einbindung (Teamstruktur, Gemeinschaft) und Handlungsspielraum (Autonomie bei der Arbeit). Diese drei Faktoren sind über mehrere Studien hinweg die stärksten Prädiktoren für psychische Gesundheit — unabhängig vom spezifischen Krankheitsbild.

Für Remote-Mitarbeitende: Erhöhte Isolations-Risiken in vollständig remote arbeitenden Teams sind belegt. Gegenmaßnahme: virtuelle Sozialformate, regelmäßige Check-ins, Peer-Support-Strukturen. Nicht als freiwillige Zusatzleistung, sondern als Teil der GBPsych-Maßnahmenplanung nach §5 ArbSchG.

  • Führungstraining: Stärkster belegter Schutzfaktor gegen psychische AU
  • GBPsych für Remote-Tätigkeiten: eigene Gefährdungsbeurteilung erforderlich
  • Peer-Support und betriebliche Sozialberatung: senken Isolationsrisiko
  • Stressmanagement-Kurse: §20 SGB V förderfähig, evidenzbasiert wirksam
  • Früherkennung: Führungskräfte schulen, erste Warnsignale zu erkennen

Passende Maßnahmen & Themen

Das Wichtigste in Kürze

  • DAK Psychreport 2025 = Regionalanalyse Rheinland-Pfalz (NICHT bundesweit übertragbar)
  • 364 Fehltage je 100 Versicherte durch psych. Erkrankungen in RLP (+5 % ggü. Vorjahr)
  • Durchschnittliche Falldauer: 35 Tage — 42-Tage-BEM-Schwelle wird häufig überschritten
  • Depression (F32/F33): 203 Fehltage je 100 Versicherte — häufigste Einzeldiagnose in RLP
  • Für bundesweite BGM-Argumentation: TK Gesundheitsreport (5 Mio. Versicherte) als Hauptquelle nutzen

Häufige Fragen

Gilt der DAK Psychreport 2025 nur für RLP?+

Dieser spezifische Bericht ist eine Regionalanalyse für Rheinland-Pfalz. Die strukturellen Muster (Depression dominant, lange Falldauer) sind bundesweit konsistent, aber die konkreten Zahlen (364 Fehltage je 100 Versicherte, 7,2 % Betroffenenquote) sind RLP-spezifisch. Für bundesweite Argumente: TK Gesundheitsreport oder BAuA-Trendreport verwenden.

Gilt der DAK-Report nur für DAK-versicherte Mitarbeiter?+

Methodisch ja — er basiert auf DAK-Abrechnungsdaten in RLP. Die Trends (Zunahme psychischer Erkrankungen, durchschnittliche AU-Dauer) sind aber GKV-übergreifend valide. TK, BARMER und andere KK zeigen in ihren regionalen Auswertungen ähnliche Strukturen. Der Psychreport eignet sich als Argumentationshilfe für Arbeitgeber in RLP.

Was ist der Unterschied zwischen DAK Psychreport und TK Gesundheitsreport?+

Fokus: Der DAK Psychreport konzentriert sich ausschließlich auf psychische Erkrankungen. Der TK Gesundheitsreport ist breiter und deckt alle AU-Ursachen ab. Datenumfang: TK (5 Mio. Versicherte bundesweit) hat eine größere Datenbasis. Der DAK Psychreport ist die tiefere Quelle für psychische-Gesundheits-spezifische Analysen — mit Längsschnittdaten über viele Jahre.

Wie nutze ich den DAK Psychreport für meinen BGM-Vorstandsbericht?+

Drei Einsatzmöglichkeiten (RLP-spezifisch): (1) Benchmark: 'Unser Krankenstand bei psychischen Erkrankungen — der DAK-RLP-Branchendurchschnitt liegt bei 364 Fehltagen je 100 Versicherte.' (2) Falldauer: 'Psychische AU dauert Ø 35 Tage in RLP — BEM-Pflicht wird bei diesen Fällen fast immer ausgelöst.' (3) Maßnahmen: 'Wir investieren in Führungstraining und GBPsych, weil diese Faktoren die Hauptursachen der psychischen AU adressieren.'

Psychische Belastungen systematisch erfassen und reduzieren

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Quellen

Stand: 2026-06-27. Keine Rechts- oder Steuerberatung — im Einzelfall fachlich prüfen lassen.

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