TK Gesundheitsreport 2025

Was sagt der TK Gesundheitsreport 2025 — und was bedeutet das für Arbeitgeber?

Der TK AU-Bericht 2024 zeigt: Krankenstand 5,23 %, 19,1 Fehltage je Erwerbsperson. Psychische Störungen sind altersbereinigt um +159 % gestiegen (2006–2024). Für Arbeitgeber: GBPsych (§5 ArbSchG), BEM (§167 SGB IX) und steuerfreie BGF (§3 Nr. 34 EStG).

TK AU-Bericht 2024: Top-Befunde und BGM-Konsequenzen

Report-BefundWas das für Betriebe bedeutetBGM-Maßnahme
Krankenstand 2024: 5,23 % (Vorjahr: 5,31 %)Leichter Rückgang, aber strukturell hohes NiveauSystematisches BGM für nachhaltige Reduktion
Ø 19,1 Fehltage je Erwerbsperson 2024Lohnfortzahlungskosten: Ø ~2.865 € je MA/Jahr (bei 150 €/Tag)BGF-Maßnahmen nach §20 SGB V — GKV-bezuschussbar
Psychische Störungen: +4,2 % gegenüber 2023Häufigster Einzelgrund für Langzeit-AUGBPsych (§5 ArbSchG) + Stressmanagement-Kurs (§20 SGB V)
Langzeittrend: psych. Störungen +159 % (2006→2024, altersbereinigt)Struktureller Anstieg — kein vorübergehender TrendDauerhaftes BGM-System, nicht Einzel-Aktionen
Klimawandel: 60 % der Beschäftigten spüren Auswirkungen im BetriebNeue Belastungsquellen — Hitzeschutz, psychische ResilenzGBPsych-Update für Klimarisiken (2025er Themenreport)

Was der TK AU-Bericht 2024 wirklich zeigt — jenseits der Headline

Der TK Gesundheitsreport erscheint jährlich und basiert auf den Abrechnungsdaten von rund 5 Millionen TK-versicherten Erwerbstätigen. Das macht ihn zur größten kassenspezifischen Datenbasis Deutschlands. Er zeigt nicht nur wie krank Beschäftigte sind, sondern warum.

Der Krankenstand sank 2024 von 5,31 % auf 5,23 % — das ist ein marginaler Rückgang nach dem Rekordjahr 2023. Strukturell bleibt das Niveau hoch. 19,1 Fehltage je Erwerbsperson bedeuten: Jeder Beschäftigte fehlt im Durchschnitt knapp 4 Wochen pro Jahr.

Was den TK 2025er Themenbericht besonders macht: Er analysiert erstmals systematisch den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Gesundheit am Arbeitsplatz. 60 % der Beschäftigten berichten, dass der Klimawandel sich im Betrieb auswirkt. 93,2 % halten einen gesunden Arbeitsplatz für ein wichtiges Attraktivitätsmerkmal — das macht BGM auch zum Employer-Branding-Thema.

Was Arbeitgeber konkret aus dem TK Report ableiten müssen

Drei gesetzliche Pflichten werden durch die TK-Daten direkt adressiert:

Erstens: GBPsych (§5 ArbSchG). Der langfristige Anstieg psychischer Erkrankungen (+159 % altersbereinigt) ist ein Strukturbefund — keine Meinung. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, psychische Gefährdungen zu ermitteln, zu bewerten und Maßnahmen abzuleiten. Fehlt die GBPsych: Bußgeld bis 30.000 € (§25 ArbSchG).

Zweitens: BEM (§167 SGB IX). Bei 19,1 Fehltagen je Erwerbsperson werden die 42-Tage-BEM-Schwelle regelmäßig überschritten. Wer BEM nicht initiiert, riskiert unwirksame Kündigungen (BAG 7 AZR 698/14).

Drittens: Steuerfreie BGF (§3 Nr. 34 EStG). Bis 600 €/MA/Jahr können für zertifizierte BGF-Maßnahmen steuerfrei aufgewendet werden. Stress- und Entspannungskurse, Bewegungsförderung, Ernährungsberatung — alles §20 SGB V-förderfähig und steuerlich absetzbar.

  • GBPsych durchführen und alle 3–5 Jahre wiederholen (bei wesentlichen Änderungen sofort)
  • BEM-Fristen täglich überwachen — 42 Tage = Einladungspflicht
  • BGF-Budget von bis zu 600 €/MA/Jahr ausschöpfen — steuerfreier Vorteil
  • BGM-Bericht mit TK-Daten anreichern — macht Handlungsdruck gegenüber GF sichtbar
  • Klimarisiken in GBPsych aufnehmen (Hitze, extreme Wetterereignisse, psychische Belastung)

TK Gesundheitsreport und BGM-Compliance: Was Pflicht ist vs. was optional ist

Der TK Report selbst verpflichtet zu nichts — er ist ein Informationsdokument. Was verpflichtet, sind die Gesetze, die durch seine Daten illustriert werden. Die Abgrenzung ist wichtig:

Pflicht (nicht optional): GBPsych (§5 ArbSchG, §25 ArbSchG), BEM (§167 SGB IX), Arbeitssicherheitsausschuss (§11 ASiG). Diese Pflichten bestehen unabhängig vom Krankenstand oder Betriebsgröße.

Optional — aber mit starkem ROI: BGF-Maßnahmen (§20 SGB V), steuerfreier BGM-Sachleistungszuschuss (§3 Nr. 34 EStG), GKV-Zuschüsse für Kurse (§20b SGB V). 'Optional' bedeutet hier nicht 'unwichtig' — sondern 'kein Bußgeld bei Nichtdurchführung'. Der ROI von BGF liegt laut IGA-Report 40 bei median 1:2,7.

Praxis-Empfehlung: TK Report im BGM-Jahresbericht zitieren. Er ist ein anerkanntes Sekundärdatenwerk — GF, Betriebsrat und Krankenkassen akzeptieren ihn als Grundlage für die Investitionsentscheidung.

Passende Maßnahmen & Themen

Das Wichtigste in Kürze

  • Krankenstand 2024: 5,23 % (TK) — nach Rekordjahr 2023 (5,31 %) leichter Rückgang, strukturell hohes Niveau
  • 19,1 Fehltage je Erwerbsperson 2024 — bedeutet Ø ~2.865 € Lohnfortzahlung je MA/Jahr
  • Psychische Störungen +159 % altersbereinigt seit 2006 — GBPsych und BEM sind keine Kür mehr
  • 60 % der Beschäftigten spüren Klimawandel im Betrieb — Klimarisiken in GBPsych aufnehmen
  • TK Report als externe Datenquelle im GF-BGM-Bericht nutzen — stärkt Investitionsentscheidungen

Häufige Fragen

Wie oft erscheint der TK Gesundheitsreport?+

Jährlich, meist im Frühjahr. Der Report analysiert immer das Vorjahr: Der TK AU-Bericht 2025 basiert auf den AU-Daten aus 2024. Zusätzlich erscheinen thematische Sonderberichte — 2025 z.B. zum Thema Klimawandel und Gesundheit. Erscheinungsort: Techniker Krankenkasse, kostenfrei als PDF verfügbar.

Gilt der TK Report nur für Unternehmen mit TK-versicherten Mitarbeitenden?+

Nein. Der TK Gesundheitsreport ist branchenübergreifend und strukturell repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung — auch wenn er formal nur TK-Versicherte abbildet. Alle großen Krankenkassenberichte (TK, DAK, AOK, BARMER) zeigen ähnliche Trends. Unternehmen mit anderem Kassenmix können die Befunde übertragen.

Was ist der Unterschied zwischen TK Gesundheitsreport und DAK Psychreport?+

Der TK Gesundheitsreport ist ein Vollreport über alle AU-Ursachen — psychisch, physisch, Atemwege, Verletzungen. Der DAK Psychreport fokussiert ausschließlich auf psychische Erkrankungen. Für BGM-Argumentation sind beide nützlich: TK für den Gesamtüberblick, DAK für die psychische-Gesundheits-Agenda.

Kann ich den TK Gesundheitsreport für meinen BGM-Bericht an die Geschäftsführung nutzen?+

Ja — und das empfiehlt sich. Der TK Report ist eine anerkannte, wissenschaftlich fundierte Sekundärquelle. GF-Berichte werden überzeugender, wenn man externe Daten (TK-Krankenstand + IGA-ROI) mit den internen Kennzahlen (eigener Krankenstand, BEM-Quoten, GBPsych-Status) kombiniert. Das schafft Handlungsdruck ohne interne Schuldzuweisungen.

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Quellen

Stand: 2026-06-27. Keine Rechts- oder Steuerberatung — im Einzelfall fachlich prüfen lassen.

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